Konrad Dippel von Frankenstein
Konrad Dippel auf der Burg Frankenstein
Wenn vom Frankenstein die Rede ist, darf eine der schillerndsten Persönlichkeiten nicht vergessen werden, die je auf der Burg Frankenstein gelebt hat: Der Theologe, Arzt und Alchemist Johann Conrad Dippel, der in diplomatischen dänischen Diensten einmal zum Tode verurteilt wurde, aber als vermeintlicher Adliger nicht hingerichtet werden konnte und so auf Bornholm etliche Jahre seines Lebens unter Hausarrest verbrachte.
Der umstrittene Theologe, Arzt und Alchemist kam 1673 auf der Burg Frankenstein zur Welt. Hierhin kam er immer dann zurück, wenn er anderenorts in Schwierigkeiten geraten war – und das kam nicht gerade selten vor. Seine An- und Einsichten, die er schon in der Magisterarbeit “de nihilo” (über das Nichts) am Theologischen Lehrstuhl in Gießen vorstellte, kamen um 200 Jahre zu früh.
Der abergläubischen Bevölkerung galt er als Hexenmeister, der mit dem Teufel einen Pakt geschlossen hatte. Noch heute soll sein Geist umgehen. Wie ein “international renommierter Geisterjäger” behauptet, spukt der Geist des Alchimisten auf dem Kirchhof von Nieder-Beerbach, wo er der Toten Ruhe stört. Auf der Burg treibe er zwischen Kapelle und Pulverturm sein Unwesen – nicht nur an Halloween – besonders in den “rauen Nächten” zwischen Weihnachten und dem 1. Januar: Auf dem Kapellendach sitzend, mit seinen dürren Knochen klappernd, suche er laut klagend nach dem verschütteten Zugang zu seinem Labor, wo er mit Leichen und Jungfrauen schaurige Versuche angestellt haben soll.
